ForwarderWaldbesitzer im Dilemma
Die aktuelle Holzmarktlage in der Ostschweiz ist völlig unbefriedigend. Viele Waldbesitzer stehen vor einem grossen Dilemma. Es gibt immer noch tausende Festmeter unverkauftes Käferholz vom letzten Sommer und tausende Festmeter unverkauftes Frischholz von den Sturmschäden Ende Januar. Aktuell lässt sich dieses Holz nur zögerlich verkaufen. Die ostschweizer Sägewerke haben ihre benötigten Rundholzmengen bis und mit 3. Quartal 2020 bereits eingekauft und die Waldbesitzer wo immer möglich bei der Abnahme unterstützt. Mehrbedarf gibt es aber nicht. Der Schnittholz Absatz läuft stabil und auf hohem Niveau. Eine Abkühlung der inländischen Baukonjunktur und der damit verbundene Rückgang im Schnittholzbedarf, ist noch nicht zu spüren. Die meisten Betriebe haben trotz Corona Lockdown, fast auf Vorjahresniveau produziert. 
 

ForwarderAuswirkungen aufgrund der Corona-Pandemie
Angesichts der beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus hat der Bundesrat seit dem 16. März die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung weiter verschärft und die «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemien Gesetz verordnet. Was bedeutet dies für die Forstbranche? Grundsätzlich können forstliche Betriebe weiterarbeiten, weil davon ausgegangen wird, dass die Empfehlungen betreffend Hygiene und sozialer Distanz hier eingehalten werden können. Nur ein kleiner Trost, im Angesicht, dass der Holzabsatz stark eingeschränkt, oder gar nicht mehr möglich ist.
 

WinterschlagKäferholzmarkt hat sich erholt
In den Kantonen St. Gallen, beider Appenzell und dem Fürs-tentum Liechtenstein sind alle alten Käferholzpolter verkauft. Es gibt kaum mehr unverkaufte Lager. Im Kanton Thurgau sieht die Situation bis auf den westlichen Teil des Kantons ähnlich aus. In den Wäldern hat es aber durchaus noch viel Käferholz. Dieses wird aktuell mit den normalen Frischholz-schlägen genutzt, damit die Käferpopulation weiter reduziert werden kann. Die Nachfrage an Käferholz ist in den meisten Gebieten gestiegen und dürfte in den nächsten Monaten weiter zunehmen. Eine Entsorgung zu Tiefstpreisen ist nicht mehr notwendig. Frischholz in guten Qualitäten ist eher Mangelware. Die aktuelle Nachfrage sollte genutzt werden, um möglichst viele vom Borkenkäfer befallene Bäume zu ernten, bevor die Aktivität der Käfer wieder zunimmt.

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LangholzWinterDie Waldeigentümer sind froh, dass sich ein nasser und kühler Herbst eingestellt hat. Damit ist vorerst auch die Entwicklung des Borkenkäfers beendet.  Im Oktober haben viele Betriebe endlich die Konzentration auf ihre Drittaufträge ausserhalb des Waldes legen können. Die Käferholzaufarbeitung wurde in vielen Orten eingestellt. In den nächsten Monaten werden nun die Bestände auf befallene Käferbäume gelegt, damit diese geerntet und aus dem Wald gebracht werden können. Bis zum Frühjahr hin muss es gelingen die in der Rinde überwinternden Borkenkäfer auf ein Minimum zu reduzieren. Gemäss der Umfrage der Ostschweizer Waldwirtschaftsverbände hat sich die Lage im Kanton St. Gallen und Liechtenstein entspannt. Unverkauftes Käferholz ist kaum mehr vorhanden.  

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